ESPHome-Galerie

Teil 1 von 4

Die Grundidee

Man beschreibt, was am Chip hängt. ESPHome baut daraus die Firmware. Das Gerät meldet sich dann von selbst im WLAN.

Was ESPHome ist

ESPHome ist ein Werkzeug, das aus einer kurzen Textdatei eine komplette Firmware für einen Mikrocontroller macht. In der Datei steht, welches Board man hat, wie das WLAN heißt und welche Sensoren oder Aktoren an welchen Pins hängen. ESPHome prüft die Datei, erzeugt daraus C++-Code, kompiliert ihn und spielt ihn auf den Chip. Danach verbindet sich das Gerät mit dem WLAN und liefert seine Messwerte, ohne dass man eine Zeile Programmcode geschrieben hat.

Das Projekt selbst beschreibt sich so: „Turn inexpensive components into sensors, switches, displays, and more – just tell ESPHome what to do and it handles the rest, with no need to code unless you want to.“

Ablauf: YAML-Datei, ESPHome, Firmware, ESP32, WLAN, Home Assistant oder Browser

Der Unterschied zu Arduino in zwei Sätzen

Bei Arduino schreibt man wie der Chip etwas tun soll: Bibliothek einbinden, Sensor initialisieren, in der Schleife auslesen, Wert verschicken. Bei ESPHome schreibt man nur was da ist, und ESPHome kennt für jedes unterstützte Bauteil bereits das Wie.

Etwas genauer:

Arduino ESPHome
Man schreibt C++-Code, imperativ eine YAML-Beschreibung, deklarativ
Bibliotheken selbst suchen und einbinden eingebaut, über 700 Komponenten
WLAN, Updates, Anbindung selbst programmieren dabei: WLAN, Update über Funk, Web-API
Eigener Code alles nur bei Bedarf, als kleine C++-Schnipsel („Lambdas“)
Wenn etwas fehlt Bibliothek schreiben eigene Komponente schreiben, oder Arduino nehmen

Intern nutzt ESPHome auf dem ESP32 heute das Espressif-Framework ESP-IDF (Standard seit Version 2026.1), auf dem ESP8266 weiter das Arduino-Framework. Der erzeugte Code ist also verwandt mit dem, was man von Arduino kennt. Man kann ihn sich im Build-Ordner sogar ansehen.

Welche Chips

Namensgeber ist die ESP-Familie von Espressif: ESP32 in allen Varianten (klassisch, S2, S3, C3, C6 und weitere) und der ältere ESP8266. Dazu kommen der Raspberry Pi RP2040 und RP2350, einige Tuya-Chips über LibreTiny sowie nRF52. Für neue Projekte empfiehlt die ESPHome-FAQ den ESP32. Der ESP8266 funktioniert, wird aber nicht mehr für Neues empfohlen.

Wie lebendig ist das Projekt

ESPHome erscheint monatlich in einer neuen Version, benannt nach Jahr und Monat (Stand September 2026: Version 2026.8). Das Repository hat über 11.000 Sterne auf GitHub und tägliche Commits. Seit 2021 gehört ESPHome zur Firma hinter Home Assistant, heute zur Open Home Foundation. Die Dokumentation liegt unter esphome.io, die Liste aller Komponenten unter esphome.io/components.

Quellen